Technik der Relaisstelle Schwabach
Der Kern des Relais DM0SC ist ein kommerzieller Repeater von Grundig, Modell “Movitalk 110″. Dieses Modell war für die üblichen Anforderungen des 70cm-Betriebsfunks konzipiert worden und damit eine solide Basis für ein Amateurfunkrelais.
Im Originalzustand des MT-110 gibt es einen Empfänger, einen Steuersender mit 200 mW und eine Endstufe mit bis zu 50 Watt Ausgangsleistung. Diese
Bausteine sind auf einem Chassis in einem 19-Zoll-Gehäuse auf der Oberseite montiert. Auf der Unterseite des Chassis befand sich ein Mainboard, das alle erforderlichen Verbindungen herstellte. Dieses enthielt eine ganze Reihe von Schaltungsteilen wie Sendernachlaufsteuerung, Einbaumöglichkeit für CTCSS, Mikrofonvorverstärker usw. die für unseren Einsatzzweck ungeeignet waren. Auf der anderen Seite fehlte zum richtigen Afu-Relais eine Fernsteuerung und ein Rufzeichengeber, aber dazu später mehr. Ich entschied mich zu einer Radikalkur und reduzierte die Technik zunächst auf Steuersender, Endstufe und Empfänger.
Die HF-Komponenten
Der Sender und ganz besonders der Empfänger wurden weiteren Modifikationen unterzogen. Eine Besonderheit des Empfängers ist die Eimerkettenschaltung zur Unterdrückung der Rauschfahne am Ende eines jeden Durchganges. Dieses Komfortmerkmal hatten auch alle Grundig-Betriebsfunkgeräte wie z. B. das FK-105 serienmässig eingebaut.
Der Originalempfänger des MT-110 stellte sich indes als unvorteilhaft heraus. Hauptgrund hierfür sind u. a. die schwierigen HF-Verhältnisse an unserem Standort. Der Empfänger wurde daher durch ein Motorola GM-1200 ersetzt. Allerdings konnte der Original-RX des Movitalk nicht einfach entfernt werden, da dessen Frequenzaufbereitung auch die Referenzfrequenz für den Sender liefert. Der RX wurde deshalb lediglich abgespeckt: Die Bauteile der PLL, des Frontends und der ZF wurden entlötet. Die Audiosignalverarbeitung inklusive Eimerkette wurde beibehalten. Das Audiosignal des neuen externen RX wird hier eingespeist.
Das folgende Bild zeigt den geöffneten Steuersender, auch hier wurden einige Modifikationen durchgeführt. In der linken Kammer die PLL (festverdrahtete Logik, kein Mikroprozessor!). In der Mitte befindet sich der VCO und
rechts Modulations- und Treiberstufen.

Die Endstufe besteht aus einem Hybridmodul als Treiber und einem bipolaren Endstufentransistor. Mit einem Richtkoppler werden vor- und rücklaufende Leistung überwacht, im Falle einer Fehlanpassung wird abgeregelt. Die Ausgangsleistung ist stabilisiert und von der Betriebsspannung unabhängig.

Die Steuerung
Für die Steuerung des kommt die bewährte WX-Steuerung von DL2ROA und DK3WX zum Einsatz. Diese wurde wie vorgesehen noch um ein Sprachmodul
für die Ansage von Rufzeichen usw. erweitert. Ein paar kleine Modifikationen zur Anpassung an die MT-110-Baugruppen wurden noch vorgenommen. Nähere Informationen hierüber bei Matthias, DL2ROA, www.wx-steuerung.de. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Schaltbilder.
Das nächste Bild zeigt den modifizierten Repeater. Im oberen Teil ist die Endstufe leicht erkennbar. Darunter folgt der Signal- und Steuerbus; hier laufen alle Audio- und Steuersignale zusammen. Im unteren Teil des Bildes schliesslich die abgespeckte Empfängerbaugruppe, die jetzt nur noch die Verarbeitung der
Audiosignale erledigt. Links davon befindet sich der Steuersender. In der rechten unteren Ecke sieht man durch einen quadratischen Ausschnitt auf die Lötseite einer Leiterplatte; hierbei handelt es sich um die WX-Steuerung.

Schliesslich das fertig aufgebaute System, Ausbaustand 11-2011. Einige mechanische Arbeiten stehen noch an.

Das Backup-System
Als Reserve gibt es noch einen weiteren DM0SC-Repeater. Dieser besteht ebenfalls aus einem Movitalk 110, jedoch haben wir die Baugruppen “lose” erhalten, also ohne das Original-MT110-Gehäuse. Wir verwendeten stattdessen ein Gehäuse von Conrad Electronic, welches von Stefan, DL1NS, bearbeitet und veredelt wurde. Hier kommt statt des Originalempfängers ein umgebautes FK105 zum Einsatz.
Zum Schluss noch einige Bilder des Backup-Systems.


DJ3NRA 11-2011