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Die Antennenanlage der Relaisstelle Schwabach

Die Antennenanlage von DM0SC weist eine seltene Besonderheit auf: Das Afu-Relais teilt sich die Antenne mit einer kommerziellen Funkanlage. Die Nürnberger Firma Antec Funksysteme betreibt ein Büdelfunkanlage, und zwar nicht nur im gleichen Raum sondern auch frequenzmässig in direkter Nachbarschaft.

Zunächst eine Bestandsaufnahme: Der Bündelfunk arbeitet im Bereich 410-420 MHz (Unterband) und 420-430  MHz (Oberband). Der Duplexabstand beträgt genau 10 MHz, mit der Ausgabe im Oberband. Unser Relais arbeitet bekanntlich auf 431,3875 MHz (Eingabe) und 438,9875 MHz (Ausgabe). Während also der Abstand der AFU-Relaisausgabe zur BüFu-Eingabe fast 20 MHz beträgt, ist er in der umgekehrten Richtung entsprechend gering. Der BüFu hat 4 Kanäle, und derjenige mit der höchsten
Frequenz hat zur Eingabe des AFU-Relais etwa 6,5 MHz Abstand. Weichen in diesem Frequenzbereich mit einem Duplexabstand bis herunter auf 5 MHz sind grundsätzlich kein Problem. In diesem Fall liegt die Herausforderung allerdings darin, dass nicht nur ein Sendesignal vom Empfängereingang ferngehalten werden muss, sondern vier. Dies natürlich ohne Kompromisse in der Sperrdämpfung.

 

Mir dieser Anforderung ist Antec dann an die deutsche Niederlassung von Procom Dänemark herangetreten. Procom fertigte schliesslich die passende Weiche.

Selbstverständlich benötigen beide Funkanlagen noch jeweils einen eigenen Duplexer um Ober- und Unterband zusammenzuschalten. Jede Funkanlage liefert also einen fertigen Multiplex an, der dann wiederum mit der Spezialweiche auf eine einzige Antennenleitung zusammengeführt wird.

Im folgenden Bild sind zwei Weichen zu sehen. Die Obere ist die beschriebene Sonderanfertigung, darunter die Weiche für den BüFu zur Zusammenschaltung Ober-/Unterband. Die AFU-Weiche ist hier nicht mit im Bild.

 

 

 

Von hier aus gehts weiter zur Antenne. Auf den nächsten Bildern kann man sehen, dass eigentlich zwei Kabel auf den Turm führen. Die zweite Leitung dient allerdings nur Experimentierzwecken und ist an eine Diamond X-5000 angeschlossen.

Die beiden Leitungen müssen aber erstmal durch die Betondecke, natürlich unter Einhaltung von Statik- und Brandschutzvorschriften. Mit der Hilti aus der heimischen Werzeugkiste ist das nicht zu machen. Eine Spezialfirma für Betonbohrarbeiten hat das erledigt.

 

 

 

 

 

Als Kabel kommt übrigens ein 7/8”-Typ mit Schaumdielektrikum zum Einsatz. Die Dämpfung ist kaum der Rede wert, der grössere Teil wird in den kaskadierten Duplexern verheizt…

Das folgende Bild zeigt die Kabeltrasse die auf den Schlot führt.

 

 

 

 

 

 

Und hier sind wir letztlich am Ziel. Links vom Schlot ist die gemeinsam genutzte Antenne zu sehen. Zu C-Netz-Zeiten war diese Antenne durchaus üblich, und zwar dann, wenn sie von einem weiteren Funkdienst mit genutzt werden sollte (z. B. Pager). Heute liefert Kathrein dieses Modell noch auf Bestellung, sogar ohne nennenswerten Aufschlag gegenüber den fast baugleichen Typ für reinen BüFu.
Rechts vom Schlot ist die X-5000 zu sehen.


An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Michael Eberhard und die Firma Antec Funksysteme für die  hervorragende Zusammenarbeit.

 

DJ3NRA     11-2011

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